Wir helfen dir bei der Materialauswahl!

 

Chirurgenstahl (316L)

Edelstahl (auch 316L oder Chirurgenstahl) ist besonders in den USA der meistverbreitete Piercingschmuck, hat jedoch einen schlechten Ruf, der auf das EU-Verbot von 1994 zurückzuführen ist, nach dem Materialien mit hohem Nickelanteil nicht in neue Piercings eingesetzt werden dürfen. 316L besitzt einen hohen Anteil von etwa 10 bis 14 %, löst aber dennoch keine Allergien aus, weil das Nickel fest vom Material eingeschlossen ist und der Anteil freigesetzten Nickels somit unterhalb der vorgeschriebenen Grenzwerte liegt. 2004 hat die EU-Kommission Edelstahl wieder für den Ersteinsatz zugelassen.

Edelstahl kann gut poliert werden und wird wegen seines Glanzes oft mattem Titanschmuck vorgezogen. Da es sich um ein schweres Material handelt kommt es bei größerem Schmuck oft zu Spannungen und ungewolltem Dehnen des Gewebes. Da Edelstahl sehr kalt werden kann, wird er gerade im Winter oft gegen Schmuck aus Horn, Knochen, Holz, Kunststoff oder Glas ausgewechselt.

 

 

Titan Grad 23

Ti6AL 4V Eli (grade 23 surgical titanium).

Schon lange wird Titan in der Medizin und seit einigen Jahren auch im Bereich Piercing wegen seiner außerordentlichen Eigenschaften erfolgreich eingesetzt:

- es ist um die Hälfte leichter als Stahl

- es ist biokompatibel

- es oxidiert / korrodiert nicht

- die Oberfläche kann nachhaltig bearbeitet werden

- es besitzt eine sehr hohe Formbeständigkeit

- es kann anodisiert werden (bietet ein breites Spektrum an Oberflächenfarben)

- es ist nickelfrei

 

 

PTFE

PTFE heißt Polytetrafluorethylen- auch als Teflon bekannt- und ist ein thermoplastischer Kunststoff der sich aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften optimal zum Piercen bzw. zum dauerhaften Tragen von Piercingschmuck unter der Haut eignet.
PTFE verfügt über eine sehr glatte und dadurch gleitfähige Oberfläche an der kaum Fremdsubstanzen (wie z.B. beim Piercen Wundsekret) haften bleiben. Aggressive Chemikalien greifen PTFE nicht an. Dies ist z.B. wichtig beim Einsatz in Schleimhäuten.

PTFE ist ein idealer Werkstoff beim Piercen weil:
- sehr flexibel und auf jede gewünschte Länge zuschneidbar

- leichtgewichtig

- das Gewinde schneidet sich durch Aufdrehen jeden gewünschten Piercing Aufsatzes selbst ein

- ruft keine allergischen Entzündungen hervor

- verwendbar bei Temperaturen von -200°C bis zu +260°C,also ideal zum Sterilisieren

- PTFE-Piercingschmuck muss z.B. beim Röntgen nicht rausgenommen werden

PTFE ist als Ersteinsatz beim Piercen zugelassen und bei bestimmten Körperstellen, z.B. Bridge oder Augenbraue, wegen der besseren Verformbarkeit und Anpassung an Knochenstrukturen Titan gegenüber vorzuziehen. Auch hat sich PTFE bei schlecht abheilenden Piercings sehr gut bewährt

 

 

Holz

Holz gehört allgemein zu den ältesten als Schmuck verwendeten Materialien und ist nach wie vor besonders bei größeren Steckern ein häufig getragenes Material. Es ist leicht und bleibt auch bei niedrigeren Temperaturen warm. Holzschmuck sitzt zudem sehr gut im Stichkanal und ermöglicht der Haut das Atmen. Demzufolge kommt es auch zu geringerer Talgablagerung und Geruchsbildung.

Der Nachteil von Holz ist seine Vielzahl an Poren die Körperabsonderungen aufnehmen können. Auch kann es austrocknen und somit seinen Glanz verlieren. Mit Pflanzenöl kann dieser Effekt verhindert werden. Vom Desinfizieren mit Dampfdruck wird abgeraten, da diese Methode das Material spröde und rissig macht. Die Maserung von Holz kann sich auch nach der Verarbeitung zu Schmuck stark ändern.

Einige Holzarten sind zum Einsatz als Piercingschmuck ungeeignet, da sie allergische Reaktionen oder Hautirritationen auslösen können. Hartholz wird als bevorzugtes Material verwendet. Unter richtiger Behandlung quillt es nicht auf, bleibt langfristig gut erhalten und nimmt nur wenig Flüssigkeit und Körperabsonderungen auf. Die Oberfläche von Hartholz kann sehr glatt geschliffen werden.

In der Herstellung ist Holz preiswert, einfach zu formen und in vielen Farben erhältlich. Auch ist es gut geeignet, um ausgefalleneren Schmuck herzustellen und mit anderen Materialien kombinierbar.

 

 

Tierische Materialien

Tierische Materialien sind beim Körperpiercing weit verbreitet und gelten als exotischer als Metall- oder Kunststoffschmuck. Wie auch Holz sind sie sehr gut zur Herstellung von Piercingschmuck geeignet, da sie leicht zu formen sind und die Oberfläche, besonders bei Materialien wie Horn, Knochen oder Elfenbein, sehr glatt geschliffen werden kann.

Tierische Materialien erlauben der Haut zu atmen und nehmen im Winter nicht so schnell die Umgebungstemperatur an. Wie auch Holz können sie jedoch austrocknen und einreißen. Schlecht gereinigte Materialien neigen zu stärkerer Bakterienbildung, weshalb es wichtig ist, den Schmuck bei einem seriösen Hersteller zu kaufen. Bei schlechter Qualität weist der Schmuck oft unsauber verarbeitete Stellen und Kratzer auf, welche die Bakterienentwicklung weiter fördern können.

Die Verwendung tierischer Materialien wird aus ethischen Gesichtspunkten oft als bedenklich betrachtet, besonders bei Elfenbein und Materialien vom Aussterben bedrohter Tierarten. Alternativ hierzu gibt es fossiles Elfenbein, häufig vom bereits ausgestorbenen Arten, wie dem Mammut, dem Mastodon, oder aus Sibirien oder Alaska importiertes, fossilisiertes Walross-Elfenbein.

Die Sterilisation von Materialien wie Horn, Knochen, Elfenbein oder ähnliche mit Dampfdruck ist nicht geeignet, da der Schmuck hierbei austrocknen kann. Auch sind diese Materialien aufgrund der stärkeren Bakterienbildung ungeeignet für den Einsatz in noch unverheilte Piercings.